Bayernhymne
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Michael
Oechsner
(1816-1893)
Dichter der Bayernhymne
(und Mic Oechsners Ur-Ur-Großvater)
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Das
Lied "Für Bayern" war seit der zweiten Hälfte des
19.Jahrhunderts bereits weit verbreitet,
bevor es durch Initiativen des Bayerischen Landtags offizielle Hymne
des Freistaates wurde.
Dichter der Urfassung war der Münchner Michael Oechsner, Lehrer
in Hinterskirchen (Ndb),
im Pfarrdorf Haidhausen bei München und in der Hl.-Geist-Pfarrschule
in München-Isarvorstadt und
Herausgeber der ersten Zeitschrift des Bayerischen Lehrervereins. Komponist
war Konrad Max Kunz, Professor am Münchner Konservatorium (heute
Musikhochschule) und Chordirigent an der Königlichen
Oper (heute Staatsoper) und im Bayerischen Sängerbund. Oechsner
und Kunz wirkten zusammen
in der alten Münchner Bürger-Sänger-Zunft, der sie 1860
das Lied "Für Bayern" widmeten.
Es verbreitete sich rasch in Vereinen, in denen Oechsner, Kunz und ihre
Freunde von der
Sängerzunft mitwirkten (Schützenvereine und die in den Jahren
seit 1860 neu gegründeten
Turnvereine, Bayerischen Lehrervereine und Bayerischer Sängerbund).
In der Urfassung von 1860 gab es eine dritte Strophe, die so genannte
"Königsstrophe".
Ihr erster Vers lautete: "Gott mit ihm, dem Bayernkönig! Segen
über sein Geschlecht!"
Allerdings war diese Strophe eine Konzessionsstrophe und nicht unumstritten.
Auch wurde sie
bereits 1860 in verschiedenen Fassungen verbreitet und 1891 noch einmal
stark verändert.
1918 - nach dem ersten Weltkrieg - wurde diese Strophe dann getilgt
und aus den meisten
Liederbüchern gestrichen.
Nach 1945 war das zweistrophige Bayernlied des ersten Bayerischen Freistaats
(Öchsner-Fassung) in die Schulbücher zurückgekehrt. Eine
weitere Fassung des Bayernliedes stammt aus dem Jahre 1946 vom Bayerischen
Dichter Josef Maria Lutz. In ihr wurden die beiden "Deutsch"-Erwähnungen
der Öchsner-Fassung ersetzt. So wurde in der ersten Strophe "deutsche
Erde" abgewandelt in "Heimaterde". Die zweite Strophe
wurde von Lutz umgeschrieben in "daß vom Alpenland zum Maine"
statt Öchsners "deutschen Bruderstämmen". Außerdem
hatte Lutz eine neue dritte Strophe angefügt. Diese Strophe fand
allerdings wenig Anklang, so war z.B. die Formulierung "frohe Arbeit"
recht umstritten.
Spätestens
1950/51 wurde vom Kultusministerium in der zweiten Strophe der Oechsner-Fassung
"der Gegner" ersetzt durch "ein jeder". Als die
Nationalhymne der Weimarer Republik 1952 zur Hymne der Bundesrepublik
Deutschland bestimmt worden war, beschloss der Bayerische Landtag einstimmig,
dass die Deutschlandhymne und das Lied "Für Bayern" (zweistrophiger
Öchsner-Text mit der vom Kultusministerium bereits angeordneten
Änderung) in den Schulen gelehrt und gemeinsam im Bayerischen Rundfunk
verwendet werden sollten. Die damalige Bayerische Staatsregierung (Große
Koalition aus CSU und SPD) vollzog den Landtagsbeschluss am 03.03.1953.
Da das zuständige Innenministerium 1964 von
einer gesetzlichen Regelung der Hymnenfrage abriet, wurde sie abschließend
durch Bekanntmachung des Ministerpräsidenten geregelt. Das Bayernlied,
das seit 1964 offiziell "Hymne" genannt wird, genießt
den Schutz des § 90a StGB, der die Verunglimpfung von Bundeshymne
und Landeshymne verbietet.
Diskussionen über unterschiedliche Textgestaltungen beendete Ministerpräsident
Franz Josef Strauß mit einer Bekanntmachung vom 18. Juli 1980.
Darin ist festgelegt, dass der 1953 beschlossene zweistrophige Text,
der im wesentlichen der Urfassung entspricht, bei offiziellen Anlässen
verwendet wird.
Fassung
des Bayernliedes nach Josef Maria Lutz (1946):
1.
Gott mit dir du Land der Bayern,
Heimaterde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen
walte seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
deines Himmels, Weiß und Blau!
2.
Gott mit uns, dem Bayernvolke,
wenn wir, unsrer Väter wert,
stets in Eintracht und in Frieden
bauen unsres Glückes Herd;
daß vom Alpenland zum Maine
jeder Stamm sich fest vertrau'
und die Herzen freudig eine
unser Banner, weiß und blau!
3.
Gott mit uns und Gott mit allen,
die der Menschen heilig Recht
treu beschützen und bewahren
von Geschlechte zu Geschlecht.
Frohe Arbeit, frohes Feiern,
reiche Ernten jedem Gau,
Gott mit dir, du Land der Bayern
unterm Himmel weiß und blau!
Urfassung "Für Bayern" nach Michael Oechsner
(1860):
1. Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen
ruhe seine Segenshand!
Er behüte deine Felder,
schütze deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
seines Himmels - Weiss und Blau!
2.
Gott mit uns, dem Bayernvolke,
dass wir, unsrer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden
bauen unsres Glückes Herd!
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
einig uns der Gegner schau'
und den alten Ruhm bewähre
unser Banner - Weiss und Blau!
3.
Gott mit ihm, dem Bayernkönig,
Segen über sein Geschlecht!
Denn mit seinem Volk im Frieden
wahrt er dessen heilig Recht.
Gott mit ihm, dem Landesvater!
Gott mit uns in jedem Gau!
Gott mit Dir, du Land der Bayern,
deutsche Heimat - Weiss und Blau!